Gurrelieder by Arnold Schoenberg (1874-1951) based on a text in Danish by Jens Peter Jacobsen (1847-1885). The Danish was translated to German by Robert Franz Arnold.

Gurrelieder is divided into three parts. Whereas the first two parts are scored for solo voices and orchestra only, the third part introduces a further two soloists, a narrator, three four-part male choruses as well as a full mixed chorus.
In the first part of the work, the love of Waldemar for Tove and the theme of misfortune and impending death are recounted in nine songs for soprano and tenor with orchestral accompaniment. A long orchestral interlude leads to the Wood Dove’s Song which tells of Tove’s death and Waldemar’s grief. [This is where Singing and other Sins leaves off in the broadcast of July 21.]
The brief second part consists of just one song in which the bereft and distraught Waldemar accuses God of cruelty.
In the third part, Waldemar calls his dead vassals from their graves. The undead’s restless roaming and savage hunt around the castle at night is thunderously depicted by the male chorus, until the horde, driven by the radiance of the sunrise, recedes back into death’s sleep. During this, a peasant sings of his fear of the eerie army and there is a humorous interlude in the grotesque song of the fool Klaus who is forced to ride with the macabre host when he would rather rest in his grave. A gentle orchestral interlude depicting the light of dawn leads into the melodrama The Summer Wind’s Wild Hunt, a narration about the morning wind, which flows into the mixed-choral conclusion Seht die Sonne! (“See the Sun!”).

I.

Waldemar: Nun dämpft die Dämm’rung jeden Ton von Meer und Land, Die fliegenden Wolken lagerten sich wohlig am Himmelsrand. Lautloser Friede schloß dem Forst die luftigen Pforten zu, und des Meeres klare Wogen wiegten sich selber zur Ruh. Im Westen wirft die Sonne von sich die Purpurtracht und träumt im Flutenbette des nächsten Tages Pracht. Nun regt sich nicht das kleinste Laub in des Waldes prangendem Haus; nun tönt auch nicht der leiseste Klang: Ruh’ aus, mein Sinn, ruh’ aus! Und jede Macht ist versunken in der eignen Träume Schoß, und es treibt mich zu mir selbst zurück, stillfriedlich, sorgenlos.

Tove: Oh, wenn des Mondes Strahlen leise gleiten, und Friede sich und Ruh durchs All verbreiten, nicht Wasser dünkt mich dann des Meeres Raum, und jener Wald scheint nicht Gebüsch und Baum. Das sind nicht Wolken, die den Himmel schmücken, und Tal und Hügel nicht der Erde Rücken, und Form und Farbenspiel, nur eitle Schäume, und alles Abglanz nur der Gottesträume.

Waldemar: Roß! Mein Roß! Was schleichst du so träg! Nein, ich seh’s, es flieht der Weg hurtig unter der Hufe Tritten. Aber noch schneller mußt du eilen, bist noch in des Waldes Mitten, und ich wähnte, ohn’ Verweilen sprengt’ ich gleich in Gurre ein. Nun weicht der Wald, schon seh’ ich dort die Burg, die Tove mir umschließt, Indes im Rücken uns der Forst zu finstrem Wall zusammenfließt; aber noch weiter jage du zu! Sieh! Des Waldes Schatten dehnen über Flur sich weit und Moor! Eh’ sie Gurres Grund erreichen, muß ich stehn vor Toves Tor. Eh’ der Laut, der jetzo klinget, ruht, um nimmermehr zu tönen, muß dein flinker Hufschlag, Renner, über Gurres Brücke dröhnen; eh’ das welke Blatt – dort schwebt es -, mag herab zum Bache fallen, muß in Gurres Hof dein Wiehern fröhlich widerhallen! Der Schatten dehnt sich, der Ton verklingt, nun falle, Blatt, magst untergehn: Volmer hat Tove gesehn!

Tove: Sterne jubeln, das Meer, es leuchtet, preßt an die Küste sein pochendes Herz, Blätter, sie murmeln, es zittert ihr Tauschmuck, Seewind umfängt mich in mutigem Scherz, Wetterhahn singt, und die Turmzinnern nicken, Burschen stolzieren mit flammenden Blicken, wogende Brust voll üppigen Lebens fesseln die blühenden Dirnen vergebens, Rosen, sie mühn sich, zu spähn in die Ferne, Fackeln, sie lodern und leuchten so gerne, Wald erschließt seinen Bann zur Stell’, horch, in der Stadt nun Hundegebel! Und die steigenden Wogen der Treppe tragen zum Hafen den fürstlichen Held, bis er auf alleroberster Staffel mir in die offenen Arme fällt.

Waldemar: So tanzen die Engel vor Gottes Thron nicht, wie die Welt nun tanzt vor mir. So lieblich klingt ihrer Harfen Ton nicht, wie Waldemars Seele dir. Aber stolzer auch saß neben Gott nicht Christ nach dem harten Erlösungsstreite, als Waldemar stolz nun und königlich ist an Toveliles Seite. Nicht sehnlicher möchten die Seelen gewinnen den Weg zu der Seligen Bund, als ich deinen Kuß, da ich Gurres Zinnen sah leuchten vom Öresund. Und ich tausch’ auch nicht ihren Mauerwall und den Schatz, den treu sie bewahren, für Himmelreichs Glanz und betäubenden Schall und alle der heiligen Schaaren!

Tove: Nun sag ich dir zum ersten Mal: “König Volmer, ich liebe dich!” Nun küss’ ich dich zum erstenmal, und schlinge den Arm um dich. Und sprichst du, ich hättes schon früher gesagt und je meinen Kuß dir geschenkt, so sprech’ ich: “Der König ist ein Narr, der flüchtigen Tandes gedenkt.” Und sagst du: “Wohl bin ich solch ein Narr,” so sprech ich: “Der König hat recht;” doch sagst du: “Nein, ich bin es nicht,” so sprech ich: “Der König ist schlecht.” Denn all meine Rosen küßt’ ich zu Tod, dieweil ich deiner gedacht.

Waldemar: Es ist Mitternachtszeit, und unsel’ge Geschlechter stehn auf aus vergess’nen, eingesunknen Gräbern, und sie blicken mit Sehnsucht nach den Kerzen der Burg und der Hütte Licht. Und der Wind schüttelt spottend nieder auf sie Harfenschlag und Becherklang und Liebeslieder. Und sie schwinden und seufzen: “Unsre Zeit ist um.” Mein Haupt wiegt sich auf lebenden Wogen, meine Hand vernimmt eines Herzens Schlag, lebenschwellend strömt auf mich nieder glühender Küsse Purpurregen, und meine Lippe jubelt: “Jetzt ist’s meine Zeit!” Aber die Zeit flieht, Und umgehn werd’ ich zur Mitternachtsstunde dereinst als tot, werd’ eng um mich das Leichenlaken ziehn wider die kalten Winde und weiter mich schleichen im späten Mondlicht und schmerzgebunden mit schwerem Grabkreuz deinen lieben Namen in die Erde ritzen und sinken und seufzen: “Uns’re Zeit ist um!”

Tove: Du sendest mir einen Liebesblick und senkst das Auge, doch das Blick preßt deine Hand in meine, und der Druck erstirbt; aber als liebeweckenden Kuß legst du meinen Händedruck mir auf die Lippen und du kannst noch seufzen um des Todes Willen, wenn ein Blick auflodern kann wie ein flammender Kuß? Die leuchtenden Sterne am Himmel droben bleichen wohl, wenn’s graut, doch lodern sie neu jede Mitternachtzeit in ewiger Pracht. So kurz ist der Tod, wie ruhiger Schlummer von Dämm’rung zu Dämmrung. Und wenn du erwachst, bei dir auf dem lager in neuer Schönheit siehst du strahlen die junge Braut. So laß uns die goldene Schale leeren ihm, dem mächtig verschönenden Tod. Denn wir gehn zu Grab wie ein Lächeln, ersterbend im seligen Kuß.

Waldemar: Du wunderliche Tove! So reich durch dich nun bin ich, daß nicht einmal mehr ein Wunsch mir eigen; so leicht meine Brust, mein Denken so klar, ein wacher Frieden über meiner Seele. Es ist so still in mir, so seltsam stille. Auf der Lippe weilt brückeschlagend das Wort, doch sinkt es wieder zur Ruh’. Denn mir ist’s, als schlüg’ in meiner Brust deines Herzens Schlag, und als höbe mein Atemschlag, Tove, deinen Busen. Und uns’re Gedanken seh ich entstehn und zusammengleiten wie Wolken, die sich begegnen, und vereint wiegen sie sich in wechselnden Formen. Und meine Seele ist still, ich seh in dein Aug und schweige, du wunderliche Tove.

Stimme der Waldtaube: Tauben von Gurre! Sorge quält mich, vom Weg über die Insel her! Kommet! Lauschet! Tot ist Tove! Nacht auf ihrem Auge, das der Tag des Königs war! Still ist ihr Herz, doch des Königs Herz schlägt wild, tot und doch wild! Seltsam gleichend einem Boot auf der Woge, wenn der, zu dess’ Empfang die Planken huldigend sich gekrümmt, des Schiffes Steurer tot liegt, verstrickt in der Tiefe Tang. Keiner bringt ihnen Botschaft, unwegsam der Weg. Wie zwei Ströme waren ihre Gedanken, Ströme gleitend Seit’ an Seite. Wo strömen nun Toves Gedanken? Die des Königs winden sich seltsam dahin, suchen nach denen Toves, finden sie nicht. Weit flog ich, Klage sucht’ ich, fand gar viel! Den Sarg sah ich auf Königs Schultern, Henning stürzt’ ihn; finster war die Nacht, eine einzige Fackel brannte am Weg; die Königin hielt sie, hoch auf dem Söller, rachebegierigen Sinns. Tränen, die sie nicht weinen wollte, funkelten im Auge. Weit flog ich, Klage sucht’ ich, fand gar viel! Den König sah ich, mit dem Sarge fuhr er, im Bauernwams. Sein Streitroß, das oft zum Sieg ihn getragen, zog den Sarg. Wild starrte des Königs Auge, suchte nach einem Blick, seltsam lauschte des Königs Herz nach einem Wort. Henning sprach zum König, aber noch immer suchte er Wort und Blick. Der König öffnet Toves Sarg, starrt und lauscht mit bebenden Lippen, Tove ist stumm! Weit flog ich, Klage sucht’ ich, fand gar viel! Wollt’ ein Mönch am Seile ziehn, Abendsegen läuten; doch er sah den Wagenlenker und vernahm die Trauerbotschaft: Sonne sank, indes die Glocke Grabgeläute tönte. Weit flog ich, Klage sucht’ ich und den Tod! Helwigs Falke war’s, der grausam Gurres Taube zerriß.

II.

Waldemar: Herrgott, weißt du, was du tatest, als klein Tove mir verstarb? Triebst mich aus der letzten Freistatt, die ich meinem Glück erwarb! Herr, du solltest wohl erröten: Bettlers einz’ges Lamm zu töten! Herrgott, ich bin auch ein Herrscher, und es ist mein Herrscherglauben: Meinem Untertanen darf ich nie die letzte Leuchte rauben. Falsche Wege schlägst du ein: Das heißt wohl Tyrann, nicht Herrscher sein! Herrgott, deine Engelscharen singen stets nur deinen Preis, doch dir wäre mehr vonnöten einer, der zu tadeln weiß. Und wer mag solches wagen? Laß mich, Herr, die Kappe deines Hofnarrn tragen!

III. Die wilde Jagd

Waldemar: Erwacht, König Waldemars Mannen wert! Schnallt an die Lende das rostige Schwert, holt aus der Kirche verstaubte Schilde, gräulich bemalt mit wüstem Gebilde. Weckt eurer Rosse modernde Leichen, schmückt sie mit Gold, und spornt ihre Weichen: Nach Gurrestadt seid ihr entboten, heute ist Ausfahrt der Toten!

Bauer: Deckel des Sarges klappert und klappt, Schwer kommt’s her durch die Nacht getrabt. Rasen nieder vom Hügel rollt, über den Grüften klingt’s hell wie Gold! Klirren und Rasseln durch’s Rüsthaus geht, Werfen und Rücken mit altem Gerät, Steinegepolter am Kirchhofrain, Sperber sausen vom Turm und schrein, auf und zu fliegt’s Kirchentor!

Waldemars Mannen: Holla!

Bauer: Da fährt’s vorbei! Rasch die Decke übers Ohr! Ich schlage drei heilige Kreuze geschwind für Leut’ und Haus, für Roß und Rind; dreimal nenn ich Christi Namen, so bleibt bewahrt der Felder Samen. Die Glieder noch bekreuz ich klug, wo der Herr seine heiligen Wunden trug, so bin ich geschützt vor der nächtlichen Mahr, vor Elfenschuß und Trolls Gefahr. Zuletzt vor die Tür noch Stahl und Stein, so kann mir nichts Böses zur Tür herein.

Waldemars Mannen: Gegrüßt, o König, an Gurre-Seestrand! Nun jagen wir über das Inselland! Holla! Vom stranglosen Bogen Pfeile zu senden, mit hohlen Augen und Knochenhänden, zu treffen des Hirsches Schattengebild, daß Wiesentau aus der Wunde quillt. Holla! Der Walstatt Raben Geleit uns gaben, über Buchenkronen die Rosse traben, Holla! So jagen wir nach gemeiner Sag’ eine jede Nacht bis zum jüngsten Tag. Holla! Hussa Hund! Hussa Pferd! Nur kurze Zeit das Jagen währt! Hier ist das Schloß, wie einst vor Zeiten! Holla! Lokes Hafer gebt den Mähren, wir wollen vom alten Ruhme zehren.

Waldemar: Mit Toves Stimme flüstert der Wald, mit Toves Augen schaut der See, mit Toves Lächeln leuchten die Sterne, die Wolke schwillt wie des Busens Schnee. Es jagen die Sinne, sie zu fassen, Gedanken kämpfennach ihrem Bilde. Aber Tove ist hier und Tove ist da, Tove ist fern und Tove ist nah. Tove, bist du’s, mit Zaubermacht gefesselt an Sees- und Waldespracht? Das tote Herz, es schwillt und dehnt sich, Tove, Tove, Waldemar sehnt sich nach dir!

Klaus-Narr: “Ein seltsamer Vogel ist so’n Aal, im Wasser lebt er meist, Kommt doch bei Mondschein dann und wann ans Uferland gereist.” Das sang ich oft meines Herren Gästen, nun aber paßt’s auf mich selber am besten. Ich halte jetzt kein Haus und lebe äußerst schlicht und lud auch niemand ein und praßt’ und lärmte nicht, und dennoch zehrt an mir manch unverschämter Wicht, drum kann ich auch nichts bieten, ob ich will oder nicht, doch – dem schenk ich meine nächtliche Ruh, der mir den Grund kann weisen, warum ich jede Mitternacht den Tümpel muß umkreisen. Daß Palle Glob und Erik Paa es auch tun, das versteh ich so: Sie gehörten nie zu den Frommen; jetzt würfeln sie, wiewohl zu Pferd, um den kühlsten Ort, weit weg vom Herd, wenn sie zur Hölle kommen. Und der König, der von Sinnen stets, sobald die Eulen klagen, und stets nach einem Mädchen ruft, das tot seit Jahr und Tagen, auch dieser hat’s verdient und muß von Rechtes wegen jagen. Denn er war immer höchst brutal, und Vorsicht galt es allermal und off’nes Auge für Gefahr, da er ja selber Hofnarr war bei jener großen Herrschaft überm Monde. Ich, der glaubte, daß im Grabe man vollkomm’ne Ruhe habe, daß der Geist beim Staube bleibe, friedlich dort sein Wesen treibe, still sich sammle für das große Hoffest, wo, wir Bruder Knut sagt, ertönen die Posaunen, wo wir Guten wohlgemut Sünder speisen wie Kapaunen – ach, daß ich im Ritte rase, gegen den Schwanz gedreht die Nase, sterbensmüd im wilden Lauf, wär’s zu spät nicht, ich hinge mich auf. Doch o wie süß soll’s schmecken zuletzt, werd ich dann doch in den Himmel versetzt! Zwar ist mein Sündenregister groß, allein vom meisten schwatz ich mich los! Wer gab der nackten Wahrheit Kleider? Wer war dafür geprügelt leider? Ja, wenn es noch Gerechtigkeit gibt, Dann muß ich eingehn im Himmels Gnaden… Na, und dann mag Gott sich selber gnaden.

Waldemar: Du strenger Richter droben, du lachst meiner Schmerzen, doch dereinst, beim Auferstehn des Gebeins nimm es dir wohl zu Herzen; ich und Tove, wir sind eins. So zerreiss’ auch unsre Seelen nie, zur Hölle mich, zum Himmel sie, denn sonst gewinn’ ich Macht, zertrümmre deiner Engel Wacht und sprenge mit meiner wilden Jagd ins Himmelreich ein.

Waldemars Mannen: Der Hahn erhebt den Kopf zur Kraht, hat den Tag schon im Schnabel, und von unsern Schwertern trieft rostgerötet der Morgentau. Die Zeit ist um! Mit offnem Mund ruft das Grab, und die Erde saugt das lichtscheue Rätsel ein. Versinket! Versinket! Das Leben kommt mit Macht und Glanz, mit Taten und pochenden Herzen, und wir sind des Todes, des Schmerzes und des Todes, Ins Grab! Ins Grab! Zur träumeschwangern Ruh’ Oh, könnten in Frieden wir schlafen!

Des Sommerwindes wilde Jagd

Sprecher: Herr Gänsefuß, Frau Gänsekraut, nun duckt euch nur geschwind, denn des sommerlichen Windes wilde Jagd beginnt. Die Mücken fliegen ängstlich aus dem schilfdurchwachs’nen Hain, In den See grub der Wind seine Silberspuren ein. Viel schlimmer kommt es, als ihr euch nur je gedacht; Hu! wie’s schaurig in den Buchblättern lacht! Das ist Sankt Johanniswurm mit der Feuerzunge rot, und der schwere Wiesennebel, ein Schatten bleich und tot! Welch Wogen und Schwingen! Welch Ringen und Singen! In die Ähren schlägt der Wind in leidigem Sinne. Daß das Kornfeld tönend bebt. Mit den langen Beinen fiedelt die Spinne, und es reißt, was sie mühsam gewebt. Tönend rieselt der Tau zu Tal, Sterne schießen und schwinden zumal; flüchtend durchraschelt der Falter die Hecken, springen die Frösche nach feuchten Verstecken. Still! Was mag der Wind nur wollen? Wenn das welke Laub er wendet, sucht er, was zu früh geendet; Frühlings, blauweiße Blütensäume, der Erde flüchtige Sommerträume – längst sind sie Staub! Aber hinauf, über die Bäume schwingt er sich nun in lichtere Räume, denn dort oben, wie Traum so fein meint er, müßten die Blüten sein! Und mit seltsam Tönen in ihres Laubes Kronen grüßt er wieder die schlanken Schönen. Sieh! nun ist auch das vorbei. Auf luftigem Steige wirbelter frei zum blanken Spiegel des Sees, und dort in der Wellen unendlichem Tanz, in bleicher Sterne Widerglanz wiegt er sich friedlich ein. Wie stille wards zur Stell! Ach, war das licht und hell! O schwing dich aus dem Blumenkelch, Marienkäferlein, und bitte deine schöne Frau um Leben und Sonnenschein. Schon tanzen die Wogen am Klippenecke, schon schleicht im Grase die bunte Schnecke, nun regt sich Waldes Vogelschar, Tau schüttelt die Blume vom lockigen Haar und späht nach der Sonne aus. Erwacht, erwacht, ihr Blumen zur Wonne.

Gemischter Chor: Seht die Sonne farbenfroh am Himmelssaum östlich grüßt ihr Morgentraum. Lächelnd kommt sie aufgestiegen Aus der Fluten der Nacht, läßt von lichter Stirne fliegen Strahlenlockenpracht.

Waldemar: Now the dusk softens ev’ry sound from sea and land, the sailing clouds cozily settling down at heaven’s end. Soundless peace closed down the forest’s airy gates, and the sea’s clear waves rocked themselves to rest. In the west the sun casts off her crimsom dress and dreams in her bed of waves of next day’s splendour. Now not the tiniest leaf stirs in the forest’s magnificent house; now not the merest sound is ringing: be at rest, mind, be at rest! And ev’ry power is ensconced in its own dream’s arms, and it drives me back to myself, peacefully quiet, without a care.

Tove: Oh, if the moon’s beams softly glide, and peace and quiet spread in space, not water seems to me the sea’s width, and that forest seems to be neither bush nor tree. It’s not the clouds, that adorn the sky, and valley and hills not the earth back, and changing forms and colours, just idle imaginings, and all of this just pale reflections of a god’s imagination.

Waldemar: Charger! My charger! What makes you tread so wearily! No, I see the distance melting Swiftly under your nimble hooves. But faster yet you have to hurry still into the denseness of the forest, while I meant, without delay soon to charge into Gurre. Now the forest retreats, already I see the castle high, enclosing my Tove, while the forest behind us closes to an ominous rampart;

Look! The forest’s shadows spread wide over field and fen! Afor they reach Gurre’s land, I have to stand at Toves gate. Afor what soundeth now, dies down, to never sound again, your nimble feet, my swift, Must pound on Gurre’s bridge, afor, the falling leaf – there afloat- , may reach the stream, in Gurre’s courtyard your neigh will merrily resound! The shadows spread, The sound dies down, Now fall, leaf, you may fade away: Volmer has seen Tove!

Tove: Stars jubilate, the sea it glows, presses to the coast its throbing heart, leaves, they whisper, their dewey jewels trembling, the sea breeze embraces me in brazen folly. The weathercock sings, and the battlements high bow, lads strut proudly with fiery gazes, swollen with pride, full of life to enthrall the blossoming maidens in vain, roses, they crane their neck, to gaze afar, torches, they burn and daringly glow, the forest, it takes its spell away; hark, in the town now dogs are barking! And the rising fleet of stairs to the haven lead up the noble hero, until, on the highest tread he falls into my open arms.

Waldemar: Thus dance the angels not in front the throne of God, as now dances the world for me. Lover sings not the harp’s song, than Waldemar’s soul to you. But prouder not sat Christ beside his father his fight for salvation over, than Waldemar proud now and royal is at Tovelile’s side. The blessed couldn’t more fervently crave to find the heavenly ground, than I your kiss, as I saw shining Gurre’s battlements from Oeresund. And I would never give the treasure by battlements faithfully guarded in exchange for heaven’s splendour and entrancing sound and all the heavenly hosts!

Tove: Now for the first time I tell you: “King Volmer, I love you!” Now for the first time I kiss you, And fling my arm around you. And speakst thou, that I thus had earlier said and given my kiss to you, so I say: “The king is a fool, who cherishes idle trinkets.” And speakst thou:” Ay, I am a fool,” so I say: “No, the king is right;” but you answer: “No, I’m not,” so I say: “The king is wicked.” Because while thinking of you all my roses I kissed to death.

Waldemar: It’s midnight, and unredeemed dynasties’ souls rise from forgotten, caved-in graves, and imploringly gaze toward the light of the castle or shack. And the wind mockingly Wafts them with harp music and tankards pounding and lovesongs. And they dwindle and sigh: “Our time’s run out.” On heaving waves my head sways, my hand feels the beat of my heart, overfull with the zest of life, and over me stream a purple rain of glowing kisses, and my lips rejoice: “Now my time has come!” But time rushes by, and I too will rise at midnight some day as if dead, the winding sheet will pull up against the cold wind blowing and drag on in the fading moon’s light painstricken with the grave’s heavy cross, scratch your beloved name into the earth’s face and sink to the ground and moan: “Our time is over!”

Tove: You sent me a loving gaze and lower your eyes, but joy urges your hand into mine, the urge dies away; but you give it back with a kiss on my lips and why do you still sigh as if bemoaning a loved one, while just one gaze can flare up to a flaming kiss? The sparkling stars up in the sky fade away at dusk, but sparkle anew each midnight’s time in eternal splendour. So short is death like peaceful sleep from dawn to dusk. And when you awake from your slumber in refreshed beauty you see the radiant young bride. So let us finish the golden goblet to the honour of Him, the powerful beauty bringing death. Because with a smile we go to our graves, fading away in a blissful kiss.

Waldemar: How strange you are Tove! So rich I am now through you, that no wish is left unfulfilled; So light is my heart, so easy is my mind, a watchful peace in my soul. It’s so peaceful in me, so strangely contented. The urge to converse rises to my lips, but goes to sleep again. I feel like your heart is beating in my breast, as if my breath, Tove, could rise your breast. And our thoughts I see emerging and mingling like clouds coming together, and united they sway in ever changing images. And my soul is at peace, I look into your eyes and have no wish to talk; how strange you are, Tove.

Voice of the turtle dove: Doves of Gurre! Full of sorrow I am, while on my way across the island! Come! Listen! Dead is Tove! Night in her eyes, Which were the kings daylight! Silent is her heart, but the King’s heart is wildly beating, Dead and wild as yet! Oddly like a boat on heaving waves, if the one, to whose welcome the planks have bent in tribute, the ship’s helmsman is dead, entangled in the weeds of the deep. Nobody brings them news, impassable the path. Like two streams have been their thoughts, flowing side by side. Where do Tove’s thoughts flow now? The King’s are oddly winding, searching for those of Tove, and can’t find them. Far did I fly, laments to search, and found aplenty! The coffin I saw on the King’s shoulders, Henning supported him; dark was the night, a single torch burned beside the path; the Queen held it, high on the donjon, full of vengeful musings. Tears she denied herself, but glistened in her eye. Far I flew, laments to search, and found aplenty! The King I saw, with the coffin he drove, in a peasant’s dress. His charger, that often had carried him to victory, was pulling the coffin. Wild was the King’s eye, searching for that gaze, irritated listened the King’s heart, for that word. Henning talks to the King, but still he is searching word and gaze. The King opens Tove’s coffin, Stares and listens with quivering lips, Tove is silent! Far I flew, laments to search, and found aplenty! A monk went to pull the bell rope for the evening’s blessings [prayers]; but then he saw the coachman and heard the bad news: The sun sank, while the bell rang out the death knell. Far I flew, laments to search and death! Helwig’s falcon it was, who cruelly tore apart Gurre’s dove.

II.

Waldemar: Lord God, do you know what you were doing, when my little Tove died? You drove me from the last safe hold I had won for my happiness! Lord, you should be ashamed to kill a beggar’s only lamb! Lord God, I am a King myself, and as that, it is my firm belief that I must never rob a subservient’s last light. You are doing wrong: Thus being a tyrant not a ruler! Lord God, your heavenly hosts endlessly sing your praise, but you badly need somebody to tell you where you are wrong. And who, pray, will be so daring? Let me, Lord, wear your court jester’s cap!

III. The wild chase

Waldemar: Rise, King Waldemar’s valued [worthy] men! Brace yourself With the rusty sword, fetch from the church the dusty shield, frightfully painted with horrible images. Lift your horses’ decaying corpses, adorn them with gold, and use your spurs on them: To the town of Gurre your meant to go, Today is the rising of the dead!

Farmer: The coffin’s lid Rattles and bangs. Heavily pounding, it trots through the night. Races down from the hill, rolls over the ravines tinkling gaily like gold! Jingling and jangling through the armour-house they go, throwing and pushing with ancient devices, rumbling of stones along the cemetry, sparrowhawks diving down from the spire and mew, open and closed bang the churche’s gate!

Waldemar’s men: Hola!

Farmer: There it goes! Quickly draw a blanket over our ears! Thrice I make the Holy Cross, swiftly for the sake of humans and house, for horse and cows; three times I use Christ’s name, to protect the seed on the fields. My body I wisely use the cross on, where the Lord hence was marked with wounds, so I am protected against the nightly threat, against the arrows of elves and the danger of trolls. Finally I barricade the door with steel and stones so nothing bad can enter through the door.

Waldemar’s men: Hail, oh King, at Gurres beach! Now we chase across the island! Holla! To send arrows from stringless bows, with hollow eyes and bony hands, to hit the stag’s shadowy image, so that meadow dew seeps from the wound. Holla! The gallow’s ravens followed us, Over beech-tops trot the horses, Holla! So we hunt as commonly told every night until the jugement day. Hola! Houssa hound! Houssa mount! Just a short time the hunting takes! Here the castle is, like in ancient times! Holla! Loki’s oats to the nags pour, let’s go thrive on old glory.

Waldemar: With Tove’s voice whispers the forest, with Tove’s eyes watches the lake, with Tove’s smile sparkle the stars, the cloud swells like the bosom’s snow. The senses hasten, to catch up with her, Thoughts fight for her image. But Tove is here and Tove is there, Tove’s afar and Tove is near. Tove, is it you, by witchcraft bound to the lakes and forests glory? The dead heart, it swells and widens, Tove, Tove Waldemar yearns for you!

Klaus-Jester: “A rare bird an eel is, mostly living in the water, yet every now and then in the moonlight he comes to seek the shore.” Thus I often sang to my Lord’s guests, but now the shoe fits mine own feet. I don’t have an open house myself and very simply do I live no one inviting and no high life, no carousing, and yet on my expenses many an impudent blighter lives, so I can’t offer anything, whether I want it or not, but – I will give my night’s rest, to one who can tell me, why every night I circle the pond. That Palle Glob and Erik Paa do the same, I gather: They never belonged to the virtuous; now they gamble, though on horseback, for the coolest place, far away from the hearth, should they go to hell. And the King, always out of his mind, as soons as the owls howl, and still calling for his maiden, who is dead for a year and a day, he too deserves to join the hunt. Because he has always been brutal, and caution was indeed advisable and an open eye to danger, him beeing the court-jester himself to the mighty Lord above the moon. I, who believed, in the grave you finally are at rest, that the mind stays with the dust in peaceful disposition, quietly recollecting for the grand court ball, where as brother Knut tells, resound the trumpets, where the righteous cheerfully dine on sinners as on capons – och, that I sit a-hunting, my nose to my horse’s tail, dog-tired in a wild rush, were it not too late already, I’d hang myself. But oh, how sweet they say it will taste, when at last I reach heaven! True, the litany of my sins is long, but most of the guilt I wriggle myself out of! Who cloaked the naked truth? Who unfortunately got the thrashing? Yes, if there still is justice, then I am meant to see heaven’s grace … Oh, and then God will need mercy.

Waldemar: Judge, so strictly reigning above, You laugh at my pain [sorrow], but once upon a time, at resurrection-time, take it to your heart that I and Tove, we are one. So don’t you ever tear apart our souls, mine to hell, hers to heaven, for with that you’d give me power to destroy your angels’ force and gallop with my wild hunt into heaven’s gates.

Waldemar’s Men: The cock lifts his head and crows, carries the day in his beck, and from our swords drip rusty-toned the morning-dew. Time is up now! Our graves gape at us, and the earth sucks in what fears the light. Vanish! Vanish! Life comes up with power and glory, with action and throbbing heart, and we’re destined to die, to pain and death, To the grave! To the grave! To dream-heavy peace. Oh, if only we could rest in peace!

The summerwind’s wild chase

Speaker: Sir Goosefoot, Lady Pimpernel, Now quickly duck, because the summer wind’s wild chase is coming. Hesitant the midges fly, from the reed-lined grove, the wind engraved the water’s silvery disc. It’s worse to come, than you ever imagined; Ho! Eerie sounds waft over from the beeches! It’s St. Johns dragon with his red fiery tongue, and the black meadow dew, a shadow bleak and dead! What a surge and swaying! What a hustle and ringing! Into the ears of the corn slashes the foul-mooded wind, so the cornfield whispers and trembles. With its long legs the spin fiddles, and torn away is, what she busily wove. Tinkling the dew comes down from the hills, Stars shoot and vanish at the blink of an eye; Fleetingly the moth rustles through the hedge-rows, the frogs jump to watery shelter. Quiet! What may be the wind’s wish? If the withered leaf it turns, it searches for those gone too early: spring’s blue-white blossomy seams, the earth’s fleeting summer-dreams – they are long gone to dust! But up to the tree-tops It goes to loftier spaces, Because up there, as intricate as dreams it thinks the blossoms to be! And with wondrous sounds in their leafy crowns it again greets the slender beauties. Look! Now that’s over too. Over lofty steeps it twirls on free to the lake’s blinking mirror, and there in the wave’s neverending dance, in the star’s pale reflection it peacefully rocks to sleep. How quickly the quiet came! Ah, how light and bright it was! Oh, rise from the blossom tiny lady-bird, Ask of your mistress sunshine and life. Already the waves dance at the cliff’s edge, already the snail glides through the grass, now the birds of the wood rise, a flower shakes dew from her curly hair, and looks out for the sun. Awaken, you flowers to joy!

Mixed choir: Behold the sun! Bright, on the margin of the sky, morning dreams greet her in the East! Smiling, she rises out of the night-tides, from her radiant brow there streams the splendor of her locks of light!

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