Fifteen Romances, Magelone Songs for voice and piano by Johannes Brahms (Op. 33) (1865-1869)
Fünfzehn Romanzen, Magelone-Lieder für eine Singstimme und Klavier von Johannes Brahms (Op. 33) (1865-1869)

The young knight Peter is full of unformulated dreams until a wandering minstrel sings this song. Thereafter he leaves his parents’ court. Angeregt durch ein Lied eines fahrenden Sängers (Nr. 1) verläßt Peter den elterlichen Hof.

1. Keinen hat es noch gereut,
Der das Roß bestiegen,
Um in frischer Jugendzeit
Durch die Welt zu fliegen.

Berge und Auen,
Einsamer Wald,
Mädchen und Frauen
Prächtig im Kleide,
Golden Geschmeide,
Alles erfreut ihn mit schöner Gestalt.

Wunderlich fliehen
Gestalten dahin,
Schwärmerisch glühen
Wünsche in jugendlich trunkenem Sinn.

Ruhm streut ihm Rosen
Schnell in die Bahn,
Lieben und Kosen,
Lorbeer und Rosen
Führen ihn höher und höher hinan.

Rund um ihn Freuden,
Feinde beneiden,
Erliegend, den Held —
Dann wählt er bescheiden
Das Fräulein, das ihm nur vor allen gefällt.

Und Berge und Felder
Und einsame Wälder
Mißt er zurück.
Die Eltern in Tränen,
Ach, alle ihr Sehnen —
Sie alle verreinigt das lieblichste Glück.

Sind Jahre verschwunden,
Erzählt er dem Sohn
In traulichen Stunden,
Und zeigt seine Wunden,
Der Tapferkeit Lohn.
So bleibt das Alter selbst noch jung,
Ein Lichtstrahl in der Dämmerung.

1. No one has yet regretted
getting on his horse
In his fresh youth,
To speed through the world.

Mountains and meadows,
Lonely forests,
Maidens and women,
Splendrous in their attire,
Golden jewelry,
Everthing delights him with its fair form.

Miraculously fly
Forms past him,
Rapturously glow
the desires in his youth-drunk senses.

Fame strews roses
Swiftly in his path,
Love and caresses,
and laurels and roses
Lead him higher and higher onward.

Around him: joys,
His enemies envy him,
And succumb to the hero.
Then he chooses contentedly
The maiden who, of all, most pleases him.

And Mountains and fields
And lonely forests
He soon leaves behind him.
His parents in tears,
Ah, after all of their longing –
They are all reunited in loving happiness.

Years have slipped past;
He tells his son
In a comfortable moment,
And points to his scars,
The rewards of bravery.
Thus old age remains yet young,
A beam of light in the dusk.

Peter asks his parents to let him travel in search of adventure. His mother gives him three rings for his future bride. On leaving home, Peter sings what is described as an “old song.” In bester Laune stimmt er ein trotiziges Lied an.

2. Traun! Bogen und Pfeil
Sind gut für den Feind,
Hülflos alleweil
Der Elende weint;
Dem Edlen blüht Heil,
Wo Sonne nur scheint,
Die Felsen sind steil,
Doch Glück ist sein Freund.
2. Verily! Bow and arrow
Are useful against the enemy,
Ever helpless,
The weak and wretched man will weep;
Health blooms for the noble man
Wherever the sun may shine:
The cliffs may be steep,
But Luck is his friend.

In Naples, he and Magelone, the king’s daughter, fall in love at a distance as he wins tourneys incognito. In his ardor he sings this song. Er gelangt an den Hof des Königs von Neapel, bewährt sich als Ritter im Turnier und verliebt sich in die Königstochter Magelone, ein für ihn neues, verwirrendes Gefühl.

3. Sind es Schmerzen, sind es Freuden,
Die durch meinen Busen ziehn?
Alle alten Wünsche scheiden,
Tausend neue Blumen blühn.

Durch die Dämmerung der Tränen
Seh’ ich ferne Sonnen stehn, –
Welches Schmachten! welches Sehnen!
Wag’ ich’s? soll ich näher gehn?

Ach, und fällt die Träne nieder,
Ist es dunkel um mich her;
Dennoch kömmt kein Wunsch mir wieder,
Zukunft ist von Hoffnung leer.

So schlage denn, strebendes Herz,
So fließet denn, Tränen, herab,
Ach, Lust ist nur tieferer Schmerz,
Leben ist dunkles Grab, –

Ohne Verschulden
Soll ich erdulden?
Wie ist’s, daß mir im Traum
Alle Gedanken
Auf und nieder schwanken!
Ich kenne mich noch kaum.

O, hört mich, ihr gütigen Sterne,
O höre mich, grünende Flur,
Du, Liebe, den heiligen Schwur:
Bleib’ ich ihr ferne,
Sterb’ ich gerne.
Ach, nur im Licht von ihrem Blick
Wohnt Leben und Hoffnung und Glück!

3. Are they sorrows or are they joys
Which tug at my breast?
All the old desires leave;
A thousand new flowers bloom.

Through the dusk of tears
I see suns standing in the distance, –
What languishing, what longing!
Do I dare? Shall I move closer?

Ah, and when my tears are falling,
It is dark around me;
Yet if my desires do not return,
The future is empty of hope.

So beat then, my ambitious heart,
So flow down then, my tears,
Ah, joy is only a deeper pain,
Life is a dark grave, –

Without guilt,
Should I then suffer?
How is it that in my dreams
All my thoughts
Tremble up and down?
I scarcely know myself any more.

O, hear me, kindly stars,
O hear me, green meadow,
And you, my love, hear my holy oath:
If I remain far from her,
I will die gladly.
Ah, only in the light of her gaze
Dwell life and hope and happiness!

He sends Magelone two of the rings, one with this song…Peter schickt Magelone über ihre Amme sein Liebesgeständis sowie den ersten der drei Ringe.

4. Liebe kam aus fernen Landen
Und kein Wesen folgte ihr,
Und die Göttin winkte mir,
Schlang mich ein mit süßen Banden.

Da begann ich Schmerz zu fühlen,
Tränen dämmerten den Blick:
Ach! was ist der Liebe Glück,
Klagt’ ich, wozu dieses Spielen?

Keinen hab’ ich weit gefunden,
Sagte lieblich die Gestalt,
Fühle du nun die Gewalt,
Die die Herzen sonst gebunden.

Alle meine Wünsche flogen
In der Lüfte blauen Raum,
Ruhm schien mir ein Morgentraum,
Nur ein Klang der Meereswogen.

Ach! wer löst nun meine Ketten?
Denn gefesselt ist der Arm,
Mich umfleucht der Sorgen Schwarm;
Keiner, keiner will mich retten?

Darf ich in den Spiegel schauen,
Den die Hoffnung vor mir hält?
Ach, wie trügend ist die Welt!
Nein, ich kann ihr nicht vertrauen.

O, und dennoch laß nicht wanken,
Was dir nur noch Stärke gibt,
Wenn die Einz’ge dich nicht liebt,
Bleib nur bittrer Tod dem Kranken.

4. The goddess Love came from a far-off land
And not a creature followed her,
And the goddess waved at me,
And bound me with sweet ribbons.

Then I began to feel the pain;
Tears darkened my gaze.
Ah! What is Love’s happiness,
I lamented; why this game?

I have not found anyone in my wide travels,
Said the lovely shape,
You will now feel the power
That binds other hearts.

All of my desires fled
Into the blue expanse of air,
Glory seemed to me a daydream,
Only the lament of ocean waves.

Ah! Who will loosen my fetters now?
For my arms are bound,
About me flies a swarm of worries;
Will no one rescue me?

May I gaze into the mirror,
Which Hope is holding before me?
Ah, how misleading is the world!
No, I cannot believe in it.

Oh, and yet, do not be shaken
In what gives you strength;
If your one-and-only does not love you,
There remains only sickness and bitter death.

…and the second ring with this song in the form of written poems, because he’s convinced of her love. Er erfährt, daß er auch von Magelone geliebt wird und sendet ihr den Zwiten Ring zu.

5. So willst du des Armen
Dich gnädig erbarmen?
So ist es kein Traum?
Wie rieseln die Quellen,
Wie tönen die Wellen,
Wie rauschet der Baum!

Tief lag ich in bangen
Gemäuern gefangen,
Nun grüßt mich das Licht!
Wie spielen die Strahlen!
Sie blenden und malen
Mein schüchtern Gesicht.

Und soll ich es glauben?
Wird keiner mir rauben
Den köstlichen Wahn?
Doch Träume entschweben,
Nur lieben heißt leben;
Willkommene Bahn!

Wie frei und wie heiter!
Nicht eile nun weiter,
Den Pilgerstab fort!
Du hast überwunden,
Du hast ihn gefunden,
Den seligsten Ort!

5. Will you then, on a poor man
graciously take pity?
So it is no dream?
How the spring does trickle,
How the waves do ring,
How the trees do rustle!

Deep I lay, within fearsome
Walls imprisoned,
Now daylight greets me!
How the sunbeams do play!
They dazzle and paint
My timid face.

Should I believe it?
Will no one rob me
Of this delicious delusion?
Yet dreams float away
And only love distinguishes life;
I welcome my fate!

How free and cheerful!
There’s no more hurry;
Put away your pilgrim’s staff!
You have won,
You have discovered it –
The most blissful place!

Thrilled with finally granted a personal meeting, he sings this song. Die Aussicht auf ein Treffen mit der Geliebten versetzt ihn in beste Stimmung, und er vertaut seiner Laute seine Gefühle an.

6. Wie soll ich die Freude,
Die Wonne denn tragen?
Daß unter dem Schlagen
Des Herzens die Seele nicht scheide?

Und wenn nun die Stunden
Der Liebe verschwunden,
Wozu das Gelüste,
In trauriger Wüste
Noch weiter ein lustleeres Leben zu ziehn,
Wenn nirgend dem Ufer mehr Blumen erblühn?

Wie geht mit bleibehangnen Füßen
Die Zeit bedächtig Schritt vor Schritt!
Und wenn ich werde scheiden müssen,
Wie federleicht fliegt dann ihr Tritt!

Schlage, sehnsüchtige Gewalt,
In tiefer, treuer Brust!
Wie Lautenton vorüberhallt,
Entflieht des Lebens schönste Lust.
Ach, wie bald
Bin ich der Wonne mir kaum noch bewußt.

Rausche, rausche weiter fort,
Tiefer Strom der Zeit,
Wandelst bald aus Morgen Heut,
Gehst von Ort zu Ort;
Hast du mich bisher getragen,
Lustig bald, dann still,
Will es nun auch weiter wagen,
Wie es werden will.

Darf mich doch nicht elend achten,
Da die Einz’ge winkt,
Liebe läßt mich nicht verschmachten,
Bis dies Leben sinkt!
Nein, der Strom wird immer breiter,
Himmel bleibt mir immer heiter,
Fröhlichen Ruderschlags fahr’ ich hinab,
Bring’ Liebe und Leben zugleich an das Grab.

6. How can I endure the joy,
How can I then endure the bliss –
That under all the throbbing
Of my heart, my soul will not part from me?

And if now the hours
Of love have vanished,
Why the urge
In dreary desolation,
To drag further a joyless life
When by the shore the flowers will not bloom?

Which what tarrying feet does Time pass,
Step by deliberate step!
And if I must part,
How feather-light does its step then fly!

Throb, o yearning power,
In my deep, true breast!
Like echoes of a lute, fading away,
Do the finest joys of life flee.
Ah, how soon
Till I am hardly aware of bliss.

Rush, rush ever forth,
Deep stream of time,
Soon you will wander off, today or tomorrow,
And go from place to place;
Since you have taken me this far,
Now merrilly, now quietly;
I will now venture further,
However it may turn out.

I must not think myself wretched,
Since my Darling beckons;
Love will not let me languish
Until this life has sunk!
No, the stream will ever broaden,
Heaven will remain ever clear,
Joyously I row farther;
I’ll bring love and life together to the grave.

At the tryst he presents the third ring and vows eternal fidelity; she gives him a glolden chain, they kiss. Back in his lodging, he sings this song. Bei der Zusammenkunft schenkt er Magelone den dritten Ring und erhält von ihr eine goldene Kette als Zeichen ihrer Verbundenheit. Nach dem Treffen weint er vor Glück.

7. War es dir, dem diese Lippen bebten,
Dir der dargebotne süße Kuß?
Gibt ein irdisch Leben so Genuß?
Ha! wie Licht und Glanz vor meinen Augen schwebten,
Alle Sinne nach den Lippen strebten!

In den klaren Augen blickte
Sehnsucht, die mir zärtlich winkte,
Alles klang im Herzen wieder,
Meine Blicke sanken nieder,
Und die Lüfte tönten Liebeslieder!

Wie ein Sternenpaar
Glänzten die Augen, die Wangen
Wiegten das goldene Haar,
Blick und Lächeln schwangen
Flügel, und die süßen Worte gar
Weckten das tiefste Verlangen;
O Kuß, wie war dein Mund so brennend rot!
Da starb ich, fand ein Leben erst im schönsten Tod.

7. Was it you for whom these lips trembled,
For you, that sweet, offered kiss?
Can an earthly life be so enjoyable?
Ha! how the light and radiance danced before my eyes,
All my senses aspired to those lips!

From those clear eyes shone
a yearning which tenderly beckoned me;
All echoed again in my heart
My gaze sank low
And the breezes whispered love songs.

Like a pair of stars
Gleamed your eyes, your cheeks
Cradled by golden hair;
Your gazes and smiles took
wing, and your sweet words
awoke a deep longing:
O Kiss, how burning red your mouth was!
I died, and first found life in fairest death.

Threatened with an unwanted bridegroom, Magelone asks Peter to run off with her to his homeland. Before meeting her he sings this song, a separation from his lute. Um der Verheiratung mit einem ungeliebten Ritter zu entgehen, wird Magelone auf ihr Drängen hin von Peter entführt, der sich deshalb von seiner Laute verabschiedet.

8. Wir müssen uns trennen,
Geliebtes Saitenspiel,
Zeit ist es, zu rennen
Nach dem fernen, erwünschten Ziel.

Ich ziehe zum Streite,
Zum Raube hinaus,
Und hab’ ich die Beute,
Dann flieg’ ich nach Haus.

Im rötlichen Glanze
Entflieh’ ich mit ihr,
Es schützt uns die Lanze,
Der Stahlharnisch hier.

Kommt, liebe Waffenstücke,
Zum Scherz oft angetan,
Beschirmet jetzt mein Glücke
Auf dieser neuen Bahn!

Ich werfe mich rasch in die Wogen,
Ich grüße den herrlichen Lauf,
Schon mancher ward niedergezogen,
Der tapfere Schwimmer bleibt obenauf.

Ha! Lust zu vergeuden
Das edele Blut!
Zu schützen die Freude,
Mein köstliches Gut!
Nicht Hohn zu erleiden,
Wem fehlt es an Mut?

Senke die Zügel,
Glückliche Nacht!
Spanne die Flügel,
Daß über ferne Hügel
Uns schon der Morgen lacht!

8. We must part,
Beloved lute,
It is time to chase
After a far-off, longed-for goal.

I am off to battle,
Off to plunder;
And when I have my loot,
Then I shall fly home.

In the red gleam
I fly with her,
and my lance protects us,
and my steel armor here.

Come, dear weapons,
In jest so often donned:
Defend now my happiness
On this new road!

I throw myself into the waves,
I greet the glorious course;
Many have been dragged under,
But the brave swimmer remains on top.

Ha! What joy it is to spill
Noble blood!
To protect my happiness,
My precious property!
Not to suffer scorn,
Who lacks courage for that?
Let fall your reins,
Happy Night!
Spread your wings;
Over the far-off hills,
Upon us morning already smile!

In the course of their escape, they rest in a forest and he sings this song. Während einer Rast auf der Flucht singt Peter Magelone ein Schlummerlied.

9. Ruhe, Süßliebchen, im Schatten
Der grünen, dämmernden Nacht:
Es säuselt das Gras auf den Matten,
Es fächelt und kühlt dich der Schatten
Und treue Liebe wacht.
Schlafe, schlaf ein,
Leiser rauscht der Hain,
Ewig bin ich dein.

Schweigt, ihr versteckten Gesänge,
Und stört nicht die süßeste Ruh’!
Es lauschet der Vögel Gedränge,
Es ruhen die lauten Gesänge,
Schließ, Liebchen, dein Auge zu.
Schlafe, schlaf ein,
Im dämmernden Schein,
Ich will dein Wächter sein.

Murmelt fort, ihr Melodien,
Rausche nur, du stiller Bach.
Schöne Liebesphantasien
Sprechen in den Melodien,
Zarte Träume schwimmen nach.
Durch den flüsternden Hain
Schwärmen goldne Bienelein
Und summen zum Schlummer dich ein.

9. Rest, my love, in the shade
Of green, darkening night;
The grass rustles on the meadow,
The shadows fan and cool thee
And true love is awake.
Sleep, go to sleep!
Gently rustles the grove,
Eternally am I thine.

Hush, you hidden songs,
And disturb not her sweetest repose!
The flock of birds listens,
Stilled are their noisy songs.
Close thine eyes, my darling,
Sleep, go to sleep;
In the twilight
I will watch over thee.

Murmur on, you melodies,
Rush on, you quiet stream.
Lovely fantasies of love
do these melodies evoke:
Tender dreams swim after them.
Through the whispering grove
Swarm tiny golden bees
which hum thee to sleep.

A raven flies off with the three rings while Magelone sleeps and, trying to recover them when they fall into the sea, Peter is blown far from shore in a small boat; he sings this song.
Ein Rabe stehlt der Schlafenden das Tuch mit den Ringen und wirft es ins Meer. Bei seiner Verfolgung wird Peter, der Magelone nicht wecken will, auf einem Kahn aufs Meer hinaus getrieben und singt sich laut seine Verzeiflung von der Seele.

10. So tönet denn, schäumende Wellen,
Und windet euch rund um mich her!
Mag Unglück doch laut um mich bellen,
Erbost sein das grausame Meer!

Ich lache den stürmenden Wettern,
Verachte den Zorngrimm der Flut;
O, mögen mich Felsen zerschmettern!
Denn nimmer wird es gut.

Nicht klag’ ich, und mag ich nun scheitern,
Im wäßrigen Tiefen vergehn!
Mein Blick wird sich nie mehr erheitern,
Den Stern meiner Liebe zu sehn.

So wälzt euch bergab mit Gewittern,
Und raset, ihr Stürme, mich an,
Daß Felsen an Felsen zersplittern!
Ich bin ein verlorener Mann.

10. Resound, then, foaming waves
And twine around me!
May misfortune bay loudly about me,
The cruel sea let loose its fury!

I laugh at the stormy weather,
I scorn the wrath of the tide;
O, may the rocks dash me to pieces!
For never will it turn out well.

I will not lament, even if I founder,
And perish in the watery deeps!
My gaze will never more be cheered
By the sight of my darling’s star.

So send hurtling down your thunder,
And tear at me, o Storm,
Until rock shatters upon rock!
I am a lost man.

Magelone rides on sadly and finally goes to live in the hut of an old shepherd and his wife; she sings this song. Nachdem Magelone bemerkt, daß sie allein zurückgelassen wurde, irrt sie umher und kommt schließlich bei einem alten Schäferpaar unter, wo sie ihr verlorenes Glück beklagt.

11. Wie schnell verschwindet
So Licht als Glanz,
Der Morgen findet
Verwelkt den Kranz,

Der gestern glühte
In aller Pracht,
Denn er verblühte
In dunkler Nacht.

Es schwimmt die Welle
Des Lebens hin,
Und färbt sich helle,
Hat’s nicht Gewinn;

Die Sonne neiget,
Die Röte flieht,
Der Schatten steiget
Und Dunkel zieht.

So schwimmt die Liebe
Zu Wüsten ab,
Ach, daß sie bliebe
Bis an das Grab!

Doch wir erwachen
Zu tiefer Qual:
Es bricht der Nachen,
Es löscht der Strahl,

Vom schönen Lande
Weit weggebracht
Zum öden Strande,
Wo um uns Nacht.

11. How quickly disappear
Light and radiance;
The morning finds
A withered garland,

That only yesterday glowed
In all its splendor.
For it has faded
In the dark night.

Like a wave does
Life drift away,
As bright as it has painted itself:
It has gained nothing;

The sun sets,
The redness flees,
The shadows climb,
And darkness draws in.

So love floats
Into the wastelands,
Ah, would that it might remain
Until the grave!

Yet we awake
To deep pain:
The skiff breaks,
The light is extinguished.

From the beautiful land
We are brought far away,
To a desolate shore
Where night surrounds us.

Peter is found by Moors, who sell him to the Sultan, who makes him his chief gardener; between hope and resignation he sings this song. Peter wird von Heiden gefangen genommen und dem Sultan geschenkt, der ihn zum Aufseher über einen seiner Gärten macht. Er wird zwischen Hoffnung and Resignation hin- und hergerissen.

12. Muß es eine Trennung geben,
Die das treue Herz zerbricht?
Nein, dies nenne ich nicht leben,
Sterben ist so bitter nicht.

Hör’ ich eines Schäfers Flöte,
Härme ich mich inniglich,
Seh’ ich in die Abendröte,
Denk’ ich brünstiglich an dich.

Gibt es denn kein wahres Lieben?
Muß denn Schmerz und Trauer sein?
Wär’ ich ungeliebt geblieben,
Hätt’ ich doch noch Hoffnungsschein.

Aber so muß ich nun klagen:
Wo ist Hoffnung, als das Grab?
Fern muß ich mein Elend tragen,
Heimlich bricht das Herz mir ab.

12. Must there be a parting
That will cause true hearts to break?
No, that I do not call living:
Dying is not so bitter.

When I hear a shepherd’s flute,
Inside I grieve;
When I gaze at a sunset,
I think passionately of you.

Is there then no true love?
Must there be pain and parting?
If I’d remained unloved
I would then have at least a glimmer of hope.

But so I must now lament:
Where is Hope, but in the grave?
Far away must I bear my misery,
In secrecy, my heart breaks.

After nearly two years, Sulima, the Sultan’s daughter (who has fallen in love with Peter), asks him to run away with her and he agrees, believing that Magelone must be dead and merely on the chance of reaching home again. Repenting, he sets out alone in a small boat as Sulima sings this song in the distance. In der Befürchtung, Magelone sei inzwischen tot, geht er auf das Angebot der schönen Sultanstochter Sulima, die sich in ihn verliebt hat, ein, mit ihm zu fliehen. Das verabredete Zeichen besteht in einem kleinen Lied Sulimas.

13. Geliebter, wo zaudert
Dein irrender Fuß?
Die Nachtigall plaudert
Von Sehnsucht und Kuß .

Es flüstern die Bäume
Im goldenen Schein,
Es schlüpfen mir Träume
Zum Fenster herein .

Ach! kennst du das Schmachten
Der klopfenden Brust?
Dies Sinnen und Trachten
Voll Qual und voll Lust?

Beflügle die Eile
Und rette mich dir,
Bei nächtlicher Weile
Entfliehn wir von hier.

Die Segel, sie schwellen,
Die Furcht ist nur Tand:
Dort, jenseit den Wellen
Ist väterlich Land.

Die Heimat entfliehet; —
So fahre sie hin!
Die Liebe, sie ziehet
Gewaltig den Sinn.

Horch! wollüstig klingen
Die Wellen im Meer,
Sie hüpfen und springen
Mutwillig einher,

Und sollten sie klagen?
Sie rufen nach dir!
Sie wissen, sie tragen
Die Liebe von hier.

13. My love, where tarries
Your wrongly-treading feet?
The nightingale chatters
About yearning and kisses.

The trees whisper
In the golden luster,
Dreams slip in
Through my window.

Ah! Do you know the pining
Of a throbbing breast?
– these thoughts and hopes
full of pain and full of joy?

Give wing to your haste
And rescue me,
While it remains night;
We shall fly from here.

The sails, they swell,
Fear is but a trifle:
There, beyond the waves
Is our homeland.

Our home recedes.
So let it!
Love draws
the thoughts powerfully.

Hark! ecstatically resound
the waves in the sea.
They bounce and jump
Cheerily along.

And should they lament?
They call for you!
They know that they are carrying
Love from here.

As his voyage gets underway, and with renewed courage, Peter sings this song. Peter kommt schlagartig seine treulosigkeit zu Bewußtsein, entflieht allein mit einem bereitgestellten Boot und faßt wieder neuen Mut.

14. Wie froh und frisch mein Sinn sich hebt,
Zurück bleibt alles Bangen,
Die Brust mit neuem Mute strebt,
Erwacht ein neu Verlangen.

Die Sterne spiegeln sich im Meer,
Und golden glänzt die Flut.
Ich rannte taumelnd hin und her,
Und war nicht schlimm, nicht gut.

Doch niedergezogen
Sind Zweifel und wankender Sinn;
O tragt mich, ihr schaukelnden Wogen,
Zur längst ersehnten Heimat hin.

In lieber, dämmernder Ferne,
Dort rufen heimische Lieder,
Aus jeglichem Sterne
Blickt sie mit sanftem Auge nieder.

Ebne dich, du treue Welle,
Führe mich auf fernen Wegen
Zu der vielgeliebten Schwelle,
Endlich meinem Glück entgegen!

14. How happy and fresh my thoughts soar,
Behind me I leave all my fears,
My heart strives with new cheer,
And new yearnings awaken.

The stars are mirrored in the sea,
And golden gleams the tide.
I ran dizzily hither and thither,
And was neither bad nor good.

Yet weighed down
Are doubts and indecisive thoughts;
O carry me, you rocking waves,
To my homeland, long yearned-for.

In the dear, darkening distance,
There call the songs of home,
From every star
She gazes down with gentle eyes.

Smooth yourself, o trusty wave,
Lead me on the long road
To that well-beloved threshhold,
To my Happiness at long last!

After many adventures, eventually fishermen lead Peter to the shepherd’s hut, where he discovers Magelone. Back in Provence, the three rings have been found by the royal cook in a fish’s stomach. On every anniversary of their marriage, Peter and Magelone sing this song celebrting their true love. Nach vielen Abendteuer trifft Peter Magelone wieder. Er reist mit Magelone zu seinen Eltern, die inzwischen die drei Ringe gekommen sind. Nach der Hochzeit singen Peter und Magelone die Hymne auf ihre treue Liebe.

15. Treue Liebe dauert lange,
Überlebet manche Stund’,
Und kein Zweifel macht sie bange,
Immer bleibt ihr Mut gesund.

Dräuen gleich in dichten Scharen,
Fordern gleich zum Wankelmut
Sturm und Tod, setzt den Gefahren
Lieb’ entgegen, treues Blut.

Und wie Nebel stürzt zurücke,
Was den Sinn gefangen hält
Und dem heitern Frühlingsblicke
Öffnet sich die weite Welt.

Errungen,
Bezwungen
Von Lieb’ ist das Glück,
Verschwunden
Die Stunden,
Sie fliehen zurück;
Und selige Lust,
Sie stillet,
Erfüllet
Die trunkene, wonneklopfende Brust;
Sie scheide
Von Leide
Auf immer,
Und nimmer
Entschwinde die liebliche, selige, himmlische Lust!

15. True love endures,
Outlives many an hour,
And no doubts will make it shrink;
Always will its spirits remain healthy.

They menace it in thick hordes,
Promoting vacillating doubt,
Storm and Death, these dangers
true blood opposes with Love.

And, like mist, starts back
What has held captive the senses,
And to the merry gaze of spring
the wide world opens itself.

Achieved,
Mastered,
by Love is Happiness,
Vanished
are those hours,
but back again they fly,
And blissful delight,
becomes quiet
and fills
the intoxicated, throbbing, joyful breast;
They part
from pain
forever,
and never
will this lovely, ecstatic, heavenly joy disappear!

Britgitte Fassbaender, mezzo soprano; Elisabeth Leonskaja, piano
Hans Peter Blochwitz, tenor; Eric Schneider, piano
Dietrich Fischer-Dieskau, baritone; Sviatoslav Richter, piano
Hans Hotter, bass-baritone; Michael Raucheisen, piano