Auf Flügeln des Gesanges,
Herzliebchen, trag ich dich fort,
Fort nach den Fluren des Ganges,
Dort weiß ich den schönsten Ort;

Dort liegt ein rotblühender Garten
Im stillen Mondenschein,
Die Lotosblumen erwarten
Ihr trautes Schwesterlein.

Die Veilchen kichern und kosen,
Und schaun nach den Sternen empor,
Heimlich erzählen die Rosen
Sich duftende Märchen ins Ohr.

Es hüpfen herbei und lauschen
Die frommen, klugen Gazelln,
Und in der Ferne rauschen
Des heilgen Stromes Well’n.

Dort wollen wir niedersinken
Unter dem Palmenbaum,
Und Liebe und Ruhe trinken,
Und träumen seligen Traum.

On wings of song,
my love, I’ll carry you away
to the fields of the Ganges
Where I know the most beautiful place.

There lies a red-flowering garden,
in the serene moonlight,
the lotus-flowers await
Their beloved sister.

The violets giggle and cuddle,
and look up at the stars,
The roses tell each other secretly
Their fragrant fairy-tales.

The gentle, bright gazelles,
pass and listen;
and in the distance murmurs
The waves of the holy stream.

There we will lay down,
under the palm-tree,
and drink of love and peace
And dream our blessed dream.

In den Mondenschein im Wald
Sah ich jüngst die Elfen reuten;
Ihre Hörner hört ich klingen,
Ihre Glöckchen hört ich läuten.

Ihre weißen Rößlein trugen
Güldnes Hirschgeweih und flogen
Rasch dahin, wie wilde Schwäne
Kam es durch die Luft gezogen.

Lächelnd nickte mir die Köngin,
Lächelnd, im Vorüberreuten.
Galt das meiner neuen Liebe,
Oder soll es Tod bedeuten?

In the moonlit forest
I watched the elves a-riding,
I heard their horns sound
I heard their bells ring.

Their white horses, with
golden antlers, flew on
swiftly, like white swans
Travelling through the air.

The queen nodded at me and smiled,
smiled, as she rode overhead;
Was it because of my new love?
Or does it mean death?

Und wüßten’s die Blumen, die kleinen,
Wie tief verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen,
Zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten’s die Nachtigallen,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen fröhlich erschallen
Erquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe,
Die goldnen Sternelein,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und sprächen Trost mir ein.

Die alle können’s nicht wissen,
Nur eine kennt meinen Schmerz;
Sie hat ja selbst zerrissen,
Zerrissen mir das Herz.

And if the blooms – the small ones – knew
How deeply wounded is my heart,
They would weep with me
To heal my pain.

And if the nightingales knew
How sad and ill I am,
They would let forth merrily
A refreshing song.

And if they knew my woe –
The little golden stars –
They would come down from their heights
And speak their consolation to me.

But all of them could not know this,
Only one knows my pain;
She herself has indeed torn,
Torn my heart in two.

Oh, once I had a lovely fatherland.
The oaks grew tall
Up to the sky, the gentle violets swayed.
I dreamt it all.
I felt a German kiss, heard German words
(Hard to recall How good they rang) –
the words “Ich liebe dich!” I dreamt it all.

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,
Ewig verlor’nes Lieb ! Ich grolle nicht.
Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,
Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.
Das weiß ich längst.

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,
Ich sah dich ja im Traume,
Und sah die Nacht in deines Herzens Raume,
Und sah die Schlang’, die dir am Herzen frißt,
Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.

I bear no grudge, even when my heart is breaking!
Love lost forever! I bear no grudge.
Although you shine in diamond splendor,
No beam falls into the night of your heart.
Finally I know that.

I bear no grudge, and when my heart is breaking!
I really saw you in my dreams
And saw the night in the room of your heart,
And saw the snake that bites your heart;
I saw, my dear, how truly miserable you are.

Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen,
In diesem Hause wohnte mein Schatz;
Sie hat schon längst die Stadt verlassen,
Doch steht noch das Haus auf demselben Platz.

Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe
Und ringt die Hände vor Schmerzensgewalt;
Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe –
Der Mond zeigt mir meine eigne Gestalt.

Du Doppelgänger, du bleicher Geselle!
Was äffst du nach mein Liebesleid,
Das mich gequält auf dieser Stelle
So manche Nacht, in alter Zeit?

The night is calm, the avenues are quiet,
My sweetheart lived in this house;
She already left the city long ago,
The house still stands, in the same place.

A man is standing there, too, staring up into space,
And wrings his hands in powerful torment.
It horrifies me, when I see his countenance,
The moon shows me my own form.

You my fearful double, you pale partner!
Why do you ape the pain of my love,
That has tortured me here in this spot
So many a night, in times long ago?

Ich unglücksel’ger Atlas! Eine Welt,
Die ganze Welt der Schmerzen muß ich tragen,
Ich trage Unerträgliches, und brechen
Will mir das Herz im Leibe.

Du stolzes Herz, du hast es ja gewollt!
Du wolltest glücklich sein, unendlich glücklich,
Oder unendlich elend, stolzes Herz,
Und jetzo bist du elend.

I, a most wretched Atlas, the huge world,
The whole huge world of sorrow I must carry.
I must bear the unbearable, though
My heart breaks in me.

Then haughty heart, you have willed it thus,
You would be happy, infinitely happy,
Or infinitely wretched, haughty heart!
And look! now you are wretched.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar,
Ihr goldnes Geschmeide blitzet
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh,
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lorelei getan.

I know not, what should this mean
That I am so sad;
A tale from old times
Will not allow me to rest.

Cool is the air in the twilight
And quietly flows the Rhine;
The mountain top glows
In the evening last shine.

The fairest of maidens sits
So wonderously up there,
Her golden treasure glows
She combs her golden hair.

She combs it with a golden comb
And meanwhile sings a song
With a strange melody
Overpoweringly strong.

The boatman in his small craft
Is seized with longings, and sighs.
He doesn’t notice the rocky cliff,
He looks only up towards the skies.

I believe that the waves fling
Both vessel and man to their end;
And that was what with her singing
The Lorelei did .

Der Tod, das ist die kühle Nacht,
Das Leben ist der schwüle Tag.
Es dunkelt schon, mich schläfert,
Der Tag hat mich müd gemacht.

Über mein Bett erhebt sich ein Baum,
Drin singt die junge Nachtigall;
Sie singt von lauter Liebe –
Ich hör es sogar im Traum.

Death is the cool night.
Life is the sultry day.
It now grows dark; I’m drowsy,
The day has wearied me.

Above my bed rises a tree,
The young nightingale sings there;
She sings only of love –
I hear it even in my dreams.

Liederkreis Op. 24

Morgens steh’ ich auf und frage:
Kommt feins Liebchen heut?
Abends sink’ ich hin und klage:
Aus blieb sie auch heut.

In der Nacht mit meinem Kummer
lieg’ ich schlaflos, lieg ich wach;
träumend, wie im halben Schlummer,
träumend wandle ich bei Tag.

Every morning I awake and ask:
Will my sweetheart come today?
Every evening I sink down and lament:
She stayed away again today.

All night with my grief
I lie sleepless, I lie awake;
dreaming, as if half asleep,
dreaming, I wander through the day.

Es treibt mich hin, es treibt mich her!
Noch wenige Stunden, dann soll ich sie schauen,
sie selber, die schönste der schönen Jungfrauen; –
du armes Herz, was pochst du so schwer!

Die Stunden sind aber ein faules Volk!
Schleppen sich behaglich träge,
schleichen gähnend ihre Wege; –
tummle dich, du faules Volk!

Tobende Eile mich treibend erfaßt!
Aber wohl niemals liebten die Horen; –
heimlich im grausamen Bunde verschworen,
spotten sie tückisch der Liebenden Hast.

I’m driven here, I’m driven there!
In only a few more hours I will see her,
she herself, the fairest of fair young women; –
you poor heart, how heavily you pound!

But the hours are lazy!
They drag themselves comfortably and sluggishly,
creeping with yawns along their paths; –
rouse yourself, you lazy thing!

A charging hurry seizes and drives me!
But the Hours have never been in love;
sworn secretly to cruel conspiracy,
they mock treacherously the lover’s haste.

Lieb’ Liebchen, leg’s Händchen aufs Herze mein; –
ach, hörst du, wie’s pochet im Kämmerlein?
da hauset ein Zimmermann schlimm und arg,
der zimmert mir einen Totensarg.

Es hämmert und klopfet bei Tag und bei Nacht;
es hat mich schon längst um den Schlaf gebracht.
Ach! sputet euch, Meister Zimmermann,
damit ich balde schlafen kann.

Dear sweetheart, lay your hand on my heart; –
ah, do you hear the hammering inside?
there lives a carpenter, wicked and evil,
he’s building my coffin.

He hammers and pounds by day and by night;
it has been a long time since I could sleep.
Ah, hurry, Mister Carpenter,
finish so that I can sleep.

Schöne Wiege meiner Leiden,
schönes Grabmal meiner Ruh’,
schöne Stadt, wir müssen scheiden, –
Lebe wohl! ruf’ ich dir zu.

Lebe wohl, du heil’ge Schwelle,
wo da wandelt Liebchen traut;
lebe wohl! du heil’ge Stelle,
wo ich sie zuerst geschaut.

Hätt’ ich dich doch nie gesehn,
schöne Herzenskönigin!
Nimmer wär’ es dann geschehen,
daß ich jetzt so elend bin.

Nie wollt’ ich dein Herze rühren,
Liebe hab’ ich nie erfleht;
nur ein stilles Leben führen
wollt’ ich, wo dein Odem weht.

Doch du drängst mich selbst von hinnen,
bittre Worte spricht dein Mund;
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen,
und mein Herz ist krank und wund.

Und die Glieder matt und träge
schlepp’ ich fort am Wanderstab,
bis mein müdes Haupt ich lege
ferne in ein kühles Grab.

Gentle cradle of my sorrows,
handsome tombstone of my rest,
attractive town – we must part, –
farewell! I call to you.

Farewell, you holy threshhold,
across which my darling would tread;
farewell! you sacred spot,
where I first saw her.

Would that I had never seen you,
lovely queen of my heart!
Never would it then have happened,
that I would now be so wretched.

I never wished to touch your heart,
I never begged for love;
all I wished was to lead a quiet life
where your breath stirred.

Yet you yourself pushed me away from you,
with bitter words at your lips;
Madness filled my senses,
and my heart is sick and wounded.

And my limbs are heavy and sluggish
I’ll drag myself forward on my staff,
until I can lay my weary head
in a cool and distant grave.